Erste knapp am Protest vorbei

Erste knapp am Protest vorbei
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Unsere erste Mannschaft spielte am gestrigen Samstag auswärts gegen die zeite Aufstellung des SV Hemer. Nach rund einer halben Stunde kam es leider zu einer kleinen Auseinandersetzung am sechsten Brett.

Unser Spieler war sehr aufgebracht, als sein Gegner eine Figur berührte und diese dann, anstatt sie zu ziehen, auf dem Schachbrett gerade stellte. Dabei ging es um die berühmte Regel: „Berührt, geführt!“ Sollte ein Spieler eine Figur anfassen wollen, um diese gerade zu rücken, ist es üblich, dass es dieser verständlich vorher ankündigt. Damit die Regel jedoch greift, muss eindeutig erkennbar sein, dass der Spieler mit der Absicht zu ziehen gehandelt hat. Ansonsten befinden wir uns in einer Grauzone, in der jeglicher Protest auf gleichstarken Widerstand trifft und erfolglos verpufft. Gemäß unserem Vereinskodex legen wir großen Wert auf sportliche Fairness und konnten unseren Spieler glücklicherweise besänftigen und von dieser Tatsache überzeugen, sodass auch der junge und erschrockene Gegespieler seine Partie zuende spielen durfte. Anschließend wurde auch der Mannschaftskampf ohne weitere Zwischenfälle fortgesetzt und ruhig bis zum Ende ausgetragen.

Trotz der anfänglichen Aufgebrachtheit erreichte Uwe Riebeling eine Stellung im lettischen Gambit, die er zuvor jahrelang mit dem Computer vorbereitet hatte und auswendig beherrschte, wenn ein Gegner das Gambit annahm – so zumindest die Theorie. Doch als er den weißen Turm auf a1 gewann, machte er sich sorgen, dass sein Springer von dort nicht mehr heraus kommt. Durch die Unsicherheit des eigenen Königs wegen reichte es bedauerlicherweise nicht mehr als zum Remis.

Auch Ulrich Eisenburger (Brett 5) und Artem Dajthe (Brett 8) spielten kurze Zeit später remis. Artem steht in vielen seiner Partien sehr dominant, doch hat die Vierzehnjährige Julia Manus es ihm in diesem Fall nicht leicht gemacht und ihm ein Remis abgeknöpft – Mädels, traut euch!

Der Schreck für uns war, als unser Schachfreund Alexej Kinjow (Brett 7) in einem überragenden Endspiel seine Mehrfiguren und damit auch die eigentlich gewonnene Partie verlor. Nun lagen wir einen Punkt zurück und hatten nur noch die ersten vier Bretter, die den Verlust aufholen mussten.

Gregor Kotainy (Brett 1) hatte in seiner Partie das nachsehen, als er den Kampf um das Zentrum verlor und verzweifelt Raum am Damenflügel suchte, während sein Randspringer auf h4 blockiert war und wegen des Fianchettoläufers und des schwarzen Bauers auf e4 nicht zurück nach f3 konnte. Durch eine Unachtsamkeit, oder ungenaue Fortsetzung des Schwarzen gelang ihm jedoch ein Befreiungsschlag mit dem er seinen zeitlichen und positionellen Nachteil weg machte. Ein guter Moment für ein Remisangebot. Sein Gegner lies sich eine halbe Stunde Zeit, ehe er diesem statt gab.

Horst Gebhardt (Brett 3) und sein Gegner hatten, neben einer Leichtfigur, noch alle schweren Steine auf dem Brett, als sie sich auf ein Remis einigten. Der weiße Fianchettoläufer war nicht so komfortabel wie der Springer seines Gegners. Die Bauern des Weißen waren weit vorgerückt und könnten in Zukunft ein leichtes Ziel darstellen. Ebenso war sein entfernter Freibauer mit schweren Klötzen blockiert, sodass man (wohl oder übel) mit dem Remis leben musste.

Die Hoffnung wurde wiederhergestellt, als Peter Herröder gegen Detlev Zuleger am vierten Brett die Qualität gewann. In dem resultierenden Endspiel hat Detlev stark um das Remis gekämpft und es Peter alles andere als leicht gemacht. Unser Mann hat die Partie aber weiterhin ruhig und souverän abgeschlossen.

Die Entscheidung sollte nun die Partie von Kai Alberts (Brett 2) bringen. Er hat zwar eine Qualität weniger gehabt, dafür aber bombastisch positionierte Figuren, einen gedeckten Freibauern, das Läuferpaar, besetzte Turmlienien auf den gegnerischen König und direkte Drohungen. Wenn sich jemand in dieser Stellung Chancen versprechen konnte, dann sollte es Schwarz sein. Da sein Gegner dies ähnlich sah, einigten sich die beiden auf ein Unentschieden.

Somit ging der Mannschaftskampf insgesamt unentschieden aus 4:4 – wie könnte es besser sein?

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Br.Rangnr.SV Hemer 2Rangnr.SV Turm Hohenlimburg 14:4
19Wagner, Mirco1Kotainy, Gregor½:½
210Sinnen, Robin2Alberts, Kai½:½
311Carnein, Hermann3Gebhardt, Horst½:½
412Zuleger, Detlev5Herröder, Peter0:1
513Riehl, Tim6Eisenburger, Ulrich½:½
616Mai, Artur7Riebeling, Uwe½:½
72002Kleinschmidt, Uwe8Kinjow, Alexej1:0
82003Manus, Julia12Dajthe, Artem½:½

Auch unsere dritte Mannschaft konnte am selbigen Tag den ersten Sieg gegen die Schachfreunde Fröndenberg II feiern. Dieter Völk (Brett 1) und Lennart Albrandt (Brett 3) spielten remis, während Hans Ribbert (Brett 2) und Leonard Broda (Brett 4) gewannen. Es ist besonders wichtig, dass die jungen Nachwuchsspieler auch ein Erfolgsmoment haben und so nicht die Lust am Spiel verlieren. Herzlichen Glückwunsch!

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Br.Rangnr.SV Turm Hohenlimburg 3Rangnr.SF Fröndenberg 23:1
115Völk, Dieter10Krause, Jürgen½:½
216Ribbert, Hans11Buchgeister, Jörg1:0
318Albrandt, Lennart13Wömpner, Heinrich½:½
424Broda, Leonard14Krämer, Martin1:0

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