
Die Stellung ist gut. Euer Springer droht eine Gabel, der gegnerische König steht offen – und auf eurer Uhr bleiben noch drei Sekunden. Plötzlich geht es nicht mehr um den besten Zug, sondern darum, überhaupt rechtzeitig einen zu machen. Genau hier können fünf Sekunden den Charakter einer Partie verändern.
Am 22. November 2026 spielen wir beim Hohenlimburger Jubiläums-Rapid mit 10+5. Ein guter Anlass, sich anzuschauen, was hinter diesen beiden Zahlen steckt – und warum sich eine Trainingspartie mit Zeitbonus lohnt.
10+5: Ein kleines Plus mit großer Wirkung
Die erste Zahl steht für die Bedenkzeit zu Beginn: zehn Minuten pro Spieler. Die zweite nennt den Zeitbonus, auch Inkrement genannt: Für jeden ausgeführten Zug kommen fünf Sekunden hinzu. Wer für einen Zug weniger als fünf Sekunden benötigt, kann dadurch wieder etwas Zeit ansammeln. Wer länger nachdenkt, verbraucht weiterhin seinen Vorrat.
Der Bonus nimmt euch das Nachdenken also nicht ab. Er gibt euch aber die Chance, auch mit wenig Restzeit noch einen vernünftigen Zug auszuführen und eine Stellung auf dem Brett zu entscheiden. Voraussetzung ist natürlich, dass eure Zeit nicht schon vorher abgelaufen ist.
Warum fünf Sekunden nicht einfach fünf Sekunden sind
In einer ruhigen Stellung reichen sie vielleicht, um den König zu verbessern oder einen Bauern vorzuziehen. Wenn zwei Figuren hängen und gleichzeitig ein Matt droht, fühlen sie sich erschreckend kurz an. Mit Inkrement zu spielen bedeutet deshalb nicht, möglichst schnell auf die Uhr zu drücken. Die eigentliche Aufgabe bleibt, die wichtigen Momente zu erkennen.
Gerade darin liegt der Reiz: Ihr könnt euch einen Vorrat für schwierige Entscheidungen bewahren und müsst zugleich lernen, bei einfachen Zügen nicht jede Möglichkeit zum dritten Mal zu überprüfen. Ein gewonnenes Endspiel sauber zu Ende zu bringen, fühlt sich schließlich besser an, als nur auf den Zeitverlust des Gegenübers zu hoffen.
Drei Ideen für eure nächste Trainingspartie
- Vor dem Zug kurz die Drohung prüfen. Was hat der letzte gegnerische Zug verändert? Gibt es ein Schach, einen Schlagzug oder eine direkte Drohung gegen euch? Eine kleine Sicherheitskontrolle hilft mehr als hektisches Ziehen.
- Zeit dort einsetzen, wo sich die Stellung verändert. Vor einem Opfer, einem wichtigen Tausch oder dem Übergang ins Endspiel darf die Uhr arbeiten. Einen erzwungenen Rückschlag müsst ihr dagegen nicht jedes Mal neu erfinden.
- Nach der Partie auch über die Uhr sprechen. Wo habt ihr lange gerechnet? War der Aufwand sinnvoll? Welchen kritischen Moment habt ihr zu schnell behandelt? So wird aus „Ich hatte keine Zeit mehr“ eine konkrete Trainingsidee.
Eine kleine Zeitnot-Challenge für zu Hause
Nehmt eine übersichtliche Endspielstellung aus einer eurer eigenen Partien. Spielt sie zunächst ohne Uhr weiter und besprecht eure Pläne. Danach bekommt jeder eine Minute und fünf Sekunden Bonus pro Zug. Spielt die Stellung anschließend mit vertauschten Farben noch einmal.
Das Ziel ist kein hektischer Klickwettbewerb. Versucht, euren Plan auch unter Zeitdruck beizubehalten: König aktivieren, gegnerische Drohungen beachten und erst dann den nächsten Bauern anschieben. Wenn ihr anschließend erklären könnt, warum ein Zug gut war, habt ihr mehr mitgenommen als nur einen Punkt.
Für eure Trainingspartien: eine einfache Uhr mit Bonus
Wer zu Hause mit 10+5 spielen möchte, braucht eine Uhr mit einstellbarem Zeitbonus. Eine mögliche Option ist die DGT1002 Bonus Timer. Der Hersteller beschreibt sie als einfach bedienbare Schachuhr mit Bonusfunktion. Sie passt damit zum hier beschriebenen Training mit einer Grundbedenkzeit und Inkrement; für komplexe Turniermodi mit mehreren Zeitphasen solltet ihr vor dem Kauf die benötigten Funktionen gesondert prüfen.
Werbung / Amazon-Partnerlink: Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.
DGT1002 Bonus Timer auf Amazon ansehenEine kompakte Schachuhr für eure Partien mit Zeitbonus. Das aktuelle Angebot und den Preis findet ihr direkt bei Amazon. Ein eigenes Brett und Figuren könnt ihr selbstverständlich weiterverwenden. |
Von der Trainingspartie an unsere Jubiläumsbretter
Wenn ihr das Format ausprobieren möchtet, ist jetzt ein guter Zeitpunkt: Unser Hohenlimburger Jubiläums-Rapid am 22. November wird mit sieben Runden bei 10+5 gespielt. Die Einzelheiten und die Anmeldung findet ihr in der Ausschreibung.
Oder bringt eure Zeitnotgeschichten einfach zum nächsten Vereinsabend mit. Vielleicht entdecken wir gemeinsam, an welcher Stelle nicht der schnellere, sondern der ruhigere Zug geholfen hätte. Fünf Sekunden sind wenig – aber manchmal genug, um wieder Schach zu spielen.
Produktinformationen: Hersteller DGT. Das Beitragsbild ist eine KI-generierte Symbolszene; die darin gezeigte Uhr ist keine Produktabbildung der DGT1002.


Kommentar hinterlassen